Welche Zwille nehme ich?

questionmarkKann man diese Frage überhaupt beantworten? Nicht wirklich. Jeder ist anders, jeder hat andere Vorlieben, und eine allgemein gültige Zwille als “eierlegende Wollmilchsau” gibt es nicht. Dennoch kann man ein paar Tipps geben. Entscheidungshilfen sozusagen.

Stellt man diese Frage in diversen Facebook Gruppen oder Foren, werden eigentlich immer die gleichen Antworten kommen. Die “Scout” ist die Anfängerzwille. Mittlerweile hat es auch die “UniPhoxx” von WASP Slingshots auf die Liste der genannten Schleudern geschafft. Andere sagen “eine “Astgabel” reicht”, oder “bau dir doch was aus Multiplex Holz selber”. Was ist denn nun richtig? Meiner Meinung nach alles und nichts. Ich habe nie eine Scout besessen, und ich habe sie auch bis heute nicht vermisst. Aber das ist meine bescheidene Meinung. Die UniPhoxx finde ich persönlich super, und würde sie demnach auch uneingeschränkt empfehlen. Andere kommen damit aber auch nicht zurecht. Die gute alte Astgabel geht immer – warum auch nicht? Und ein Eigenbau macht Spaß und ist individuell an die Hand des Schützen anpassbar.

Mein Tipp zur Entscheidung

  • Fragt euch erstmal ob ihr eine fertige Zwille kaufen wollt, oder ob man sie nicht auch selber machen kann. Es gibt ja auch Leute die entweder keine Zeit zum Bauen haben, oder nicht über das nötige Werkzeug verfügen, bzw. nicht mit diesem umzugehen wissen.
  • Wer die Zeit, Lust und Fähigkeit besitzt sich was zu Basteln, ist damit bestimmt gut beraten. Auch weil man bei einem Eigenbau schon eine gewisse Beziehung zu seinem Erstlingswerk aufbaut. Dabei ist es egal, ob ihr eine passende Astgabel bearbeitet, oder mit diversen Werkzeugen und einer Vorlage aus Multiplex was ausschneidet. Ich habe mir damals mit einem Kumpel im Keller was ausgesägt, geraspelt, gefeilt und geschliffen, und dann mit gewisser Erfurcht die ersten Bänder geklöppelt und befestigt. Hat was.
  • Wer von sich weiß, dass er eher in der Notaufnahme landet als mit Werkzeugen eine Zwille fertig zu stellen, der sollte sich halt eine kaufen, oder ggf. von einem Kumpel basteln lassen.

Ok, ihr wollt basteln – dann würde ich auf folgendes achten

  • Um ein frustfreies Gelingen zu gewährleisten, solltet ihr euch besser nicht gleich eine der aufwändigsten Formen aussuchen. Auch wenn diese super aussehen, am Enden sind alle Fletschen doch nur ein abgewandeltes Ypsilon mit einer Gabel und einem Griff. Also fangt mit was einfachem an. Die “Mule” war z.B. meine erste Zwille aus Multiplex. Flott ausgesägt und nachgeschliffen und es konnte losgehen.
  • Achtet bei der Auswahl eures neuen Sportgerätes auch auf eine gewisse Gabelbreite. Innen sollte sie schon um die 50 mm oder mehr haben. Übliche Maße sind 45 mm – 65 mm. Die Gabelenden sollten dabei 20 mm – 25 mm haben, um hinterher auch Platz für die Bänder zu bieten.
  • Egal was die Vorlage auch vorsieht, ich würde immer “Grooves” – also Einkerbungen in die Gabelenden machen. Dadurch wird ein sicheres Anbinden der Bänder deutlich einfacher. Spätere Werke kann man auch mal mit “Top-Slots” versehen – eine beliebte Methode die Bänder einfach und schnell zu befestigen. Aber das solltet ihr alles selber probieren und euren Weg finden.
  • Auf keinen Fall solltet ihr mit einem PFS Modell beginnen. Die sind für Anfänger nicht geeignet.

Ihr wollt doch lieber was kaufen und sofort loslegen

  • Kauft keinen Schrott mit Plastikgriff und Drahtgestell an dem nur Tubes befestigt werden können bei eBay oder Amazon. Eine Pocket Shot – das ich den Namen hier überhaupt erwähne – ist auch keine Zwille. Schaut sie euch an, und ihr müsst zugeben, dass es sich bei diesem “Scherzartikel”  optisch eher um ein Verhütungsmittel oder Sexspielzeug handelt.
  • Lasst auch die Finger von hochwertigen Customframes. Klar sind die super, und sehen auch noch richtig gut aus, aber wenn ihr damit nicht zurecht kommt, oder die ersten Fehler macht, ist gleich ein Haufen Geld weg. Auch der schönste und teuerste Customframe wird nicht besser von den Gabeltreffern die ihr wahrscheinlich unweigerlich haben werdet.
  • Ergo, eine bezahlbare Zwille muss her, welche zudem die Möglichkeit bietet verschiedene Grifftechniken und Anbindungsmethoden (OTT / TTF) zu probieren. Außerdem sollten auftretende Kollateralschäden durch Gabeltreffer nicht gleich die Haushaltskasse sprengen.
  • Wer mich jetzt fragt, bekommt die Antwort “UniPhoxx”. So gerne ich diese Fletsche auch nutze, so bleibt sie für Anfänger trotzdem die zweite Wahl hinter dem Eigenbau.

Alternativen

  • Wenn ihr jemanden kennt der auch dem Schleudersport verfallen ist, fragt doch mal an, ob ihr mal die ein oder andere seiner Zwillen befummeln dürft. Um eine Idee für die Handlage zu bekommen ist das natürlich die Beste Möglichkeit..
  • Oder fragt doch mal hier im Forum an, ob jemand was günstiges im Angebot hat. Ggf. sägt euch ja jemand eure Wunschzwille aus, und ihr müsst nur mit ein wenig Nacharbeiten ohne Maschinen den Rohling an euch anpassen.

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