micarta

MICARTA selber machen

Was ist denn dieses Micarta?

Grob gesagt handelt es sich um einen Verbundstoff. Hierbei können alle gängigen Materialien die in der Lage sind sich mit Epoxy Harz voll zu saugen miteinander verklebt werden. Hier stehen euch und eurer Fanatsie einige Möglichkeiten zur Verfügung. Von Stoffresten, Jeans, Jute, Papier, Pappe, Microfasertücher bis hin zu Glasfasermatten ist alles machbar. 

Wie wird es hergestellt?

Üblicherweise schneidet man sich die gewünschten Materialien auf eine bestimmte Größe vor. Die Größe sollte der Größe der Form entsprechen in der man die einzelnen Lagen hinterher verkleben und pressen möchte. Dann legt man das Material in die Form ein und durchtränkt es mit Epoxy Harz. Hierzu kann man jede Schicht einzeln mit einem Pinsel benetzen, oder wie hier im Beispielvideo gezeigt, gleich mehrere Lagen auf einmal durchtränken. 

Welchen Kleber benötige ich?

Hier gibt es natürlich verschiedene Produkte. Es sollte sich aber immer um einen Epoxy Fließharz, bzw. Resin handeln. Die Topfzeit, also die Verarbeitungszeit sollte dabei zwischen 45 und 60 Minuten liegen. Zusätzlich sollte der Kleber glasklar aushärten, gerade wenn man die eigentlichen Farben weitgehend erhalten möchte. Natürlich kann man den Kleber auch einfärben, und so aus weißem Stoff Micarta in der gewünschten Farbe herstellen.

Kaufempfehlung

Den hier im Video von Kai Lemke verwendete Kleber können wir zu 100% empfehlen. Wir benutzen diesen bereits seit gut 2 Jahren und haben immer gute Ergebnisse erzielt. Der Kleber ist geruchsneutral, was bei der Verarbeitung in geschlossenen Räumen ein nicht zu vergessener Vorteil ist.

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Tipps zur Verarbeitung

  • Generell sind immer Einmal-Handschuhe zu tragen.
  • Bereitet das Material komplett vor, und rührt zum Schluss die gewünschte Klebermenge an. Bei der langen Verarbeitungszeit kann man ggf. auch nochmal nachmischen.
  • Die Teile eurer Form sollten alle mit Backpapier umwickelt sein, um ein verkleben an der Holzform zu vermeiden.
  • Boden und Seiten der Form könnt ihr mit Schrauben miteinander verbinden
  • Wenn alles eingelegt und mit Harz durchtränkt ist, legt ihr den ebenfalls mit Backpapier geschützten Deckel auf und presst diesen gut an.
  • Zum anpressen können wie im Video gezeigt Gewichte genutzt werden, oder man presst den Deckel mit Schraubzwingen an.
  • Bei Zimmertemperatur härtet der Kleber innerhalb von 24 Stunden aus. Endfest ist er allerdings erst nach 72 Stunden.
  • Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht das Micarta nach 48 Stunden aus der Form zu nehmen, um es dann weitere 24 Stunden oder mehr liegen zu lassen bevor es weiterverarbeitet wird.
  • Das fertige Micarta kann später gesägt, gefeilt und geschliffen werden. Dabei solltet ihr unbedingt einen Mundschutz tragen.

Mundschutz – warum?

Egal ob ihr mit Naturholz, Multiplex oder vor allem mit Verbundstoffen wie Micarta arbeitet, ein Mundschutz ist nicht nur für Weicheier. Besonders Verbundstoffe wie Micarta und auch Multiplex sind besonders ungesund. Aber selbst feiner Holzstaub der nicht wie die anderen Sachen zusätzlich mit Kleber versetzt ist, ist nicht gerade förderlich wenn es um eure Gesundheit geht. Die hier verlinkte Halbmaske von 3M nutzen wir selber, und können diese vom Tragekomfort empfehlen. Die Filter sind wechselbar. Die sogenannten Affenschnäutzchen sind besser als nichts, bieten aber nicht wirklich Schutz.

Kommen wir jetzt zum Video

Vielen Dank an Kai Lemke für dieses informative Video

Zum Youtube Kanal von Kai Lemke

Verwendung von Micarta

Das fertige Produkt wird häufig für Griffschalen von Messern genutzt, aber auch auf Alu, Stahl oder PC Kerne beim Zwillenbau geklebt. Hier werden dann üblicherweise noch Pins zur Verstärkung mit eingeklebt. Auf dem Bild seht ihr eine UniPhoxx die Kai aus Micarta Vollmaterial gebaut hat. Ab einer gewissen Stärke kann man MIcarta also durchaus auch ohne zusätzlichen Kern verwenden.

micarta uniphoxx

2 Kommentare

    1. Danke Gerald. Ein guter Hinweis. Selbst bei Nitrilhandschuhen streiten sich die Geister, aber sie sind sicher besser als übliche Einmal-Handschuhe wie sie im Haushalt benutzt werden. Generell sollten die Handschuhe auch nur als Backup getragen werden, ein Hautkontakt ist so gut es geht gänzlich zu vermeiden. Wobei man den Leuten jetzt auch keine unnötige Angst machen sollte, Resin Harz ist keine ätzende Säure die sofort Schäden und Schmerzen bei Kontakt auslöst. Trotzdem sollte der Kontakt vermieden werden. Die Summe aller Schadstoffe macht das Gift.
      PS: Die im Beirag verlinkten Handschuhe sind Nitrilhandschuhe die auch in der Medizin verwendet werden. Kosten etwas mehr als die billigen von Aldi, schützen aber auch besser.

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