Abkürzungen

Die fantastischen Vier hätten ihren Song MFG Mit freundlichen Grüßen mit den folgenden Abkürzungen noch um ein bis zwei Minuten erweitern können. Also, bringen wir etwas Licht ins Dunkel der Slingshot Terminologie und Abkürzungen. Wir versuchen hier die gängigen Abkürzungen sowohl in Deutsch, als auch in Englisch zu erklären. Oftmals werden die englischen Bezeichnungen gerne übernommen, daher kommt man aus der Nummer nicht raus. Auch wenn es erstmal aussieht wie Vokabeln lernen in der 7. Klasse, werdet ihr euch wundern wie schnell man alle diese Begriffe in seinen täglichen Zwillunken-Sprachgebrauch aufnimmt.

Aiming Point (Referenzpunkt zum Zielen) – So wird der Punkt bezeichnet den ihr euch an eurer Fletsche sucht um ein Ziel anzuvisieren. Meistens eine Ecke der Gabel, oder eine Linie auf dem Band. Da kann jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen, solange er es auch wiederholen kann. Ähnlich wie bei Kimme und Korn. Der Aiming Point würde hier dem Korn entsprechen, die Kimme bilden normalerweise eure Bänder.

Aktive Bandlänge / Active Band Length – Das bezeichnet die Länge des Latexbandes nach der Anbindung an der Pouch und an der Gabel. Also die tatsächliche Länge zwischen Pouch und Gabel. Wer mit einer aktiven Länge von 16 cm schießen möchte, muss zu den 16 cm noch die Länge dazu rechnen die er benötigt um das fertige Band an der Gabel und Pouch zu befestigen. Das kann je nach Anbindungsmethode durchaus unterschiedlich sein, und erfordert Erfahrungswerte.

Ankerpunkt / Anchor Point – Bezeichnet den Punkt bis zu dem ihr das Band auszieht. Wie beim Bogenschießen, kommt es auch beim Schießen mit der Fletsche auf immer wiederholbare Abläufe und Bewegungen an. Der Ankerpunkt liegt bei Anfängern, aber auch vielen Fortgeschrittenen, irgendwo zwischen Mundwinkel, Wangenknochen oder Ohrläppchen. Wer alle Variablen einer Gleichung gleichzeitig ändert, wird nie zur Lösung kommen. Daher bietet ein fester Ankerpunkt die Möglichkeit die Position der Zwille zu verändern, um sich so langsam an das Ziel ran zu tasten.

Bandset – Ein fertiges Bandset besteht aus zwei Latexstreifen an die bereits eine Pouch angebunden ist.

Bare Back / Frameless – So bezeichnet man das Schießen ohne Frame. Also nur mit Latexband oder Latextube, welche so zwischen den Fingern gehalten wird, dass eure Finger die Gabel ergeben. Eine lustige Sache, aber sicherlich nicht der Tipp für Anfänger. Es sei denn ihr wollt durch Frust und Schmerz lernen.

Board Cut – Hier ist Vorsicht geboten, denn im englischen und deutschen versteht man ggf. etwas anderes. Im englischen wird ein Board Cut als Ausschnitt einer Zwillenvorlage aus Multiplexholz bezeichnet. Im deutschen jedoch vor allem als Ausschnitt einer Vorlage aus einem Brett (Vollholz oder Leimholz). Bei einer Steinschleuder aus Leimholz, wie man es im Baumarkt oft für diverse Regaleigenbauten bekommt, besteht höchste Bruchgefahr. Auch halten Vollholzbretter, je nach dem wie die Maserung verläuft oft nicht die Kräfte aus die durch die Latexbänder auf sie wirken. Bei Multiplex Brettern besteht keine Gefahr. In der Regel werden für den Fletschenbau Stärken zwischen 16 mm und 22 mm benutzt.

Butterfly / Full Butterfly / Half Butterfly – Im Gegensatz zum Kurzen Auszug (Mundwinkel bis Ohrläppchen) bezeichnet man den Auszug bis zur Schulter, und allem weiterem bis zu voll ausgestrecktem Arm als Butterfly Style. Hier werden die Bänder deutlich schmaler geschnitten, da die Latexmenge über die Bandlänge kommt. Absolute Höchstgeschwindigkeiten sind wohl nur so zu erreichen. Für Anfänger meiner Meinung nach aber nicht geeignet. Die Gefahr von RTS erhöht sich, und ein fester Ankerpunkt ist schwer zu definieren. Da kann man sich ja später noch rantrauen.

Core / Kern – Materialien die eher nicht stark genug sind um eine Schleuder daraus zu bauen, kann man mit einem Kern versehen. Dieser ist dann oftmals aus Aluminium, Stahl, G10, Carbon, PC oder ähnlich festen Materialien. Euer schön gemasertes Holz, oder selbst gegossene Resinformen können dann problemlos auf den entsprechenden Kern geklebt werden, und die Bruchgefahr der Zwille ist gebannt.

Flippen – Als Flippen, oder auch aktives Schießen bezeichnet man die Bewegung der Zwille nach vorne, welche genau mit dem Release synchronisiert sein muss. Im Idealfall beschleunigt man somit die Kugel nochmal um gute 15-25% mehr als bei statischer Haltung der Zwille beim Abschuss. Auch diese Technik ist für PFS Schützen kaum wegzudenken. Für Anfänger jedoch eher ungeeignet, da auch hier die Flugbahn der Munition leicht verändert wird, und ein konstantes Trefferbild schwieriger zu erreichen ist.

Fork / Gabel – So wird der Teil der Zwille bezeichnet an dem die Bänder oder Tubes befestigt werden. Also das “v” von dem “Y”.

Fork Hit – Bezeichnet man den Umstand wenn eine Kugel nicht ihr Ziel erreicht, sondern geradewegs gegen die Gabelinnenseite geschossen wird. Sollte bei richtiger Technik fast ausgeschlossen sein. Daher auch der Rat an Anfänger, mit einem Multiplex oder Astgabel Eigenbau lernt man die Technik genau so gut wie mit einem 400€ Custom Frame. Letzterer dürfte euch bei einem Forkhit allerdings eher Tränen in die Augen treiben.

Gangsta-Style – Was bei vielen Action Filmen echte Pistolenschützen nur mitleidig mit dem Kopf schütteln lässt, also die Art wir die “Gangsta” ihre Knarren seitlich halten um einfach cooler auszusehen, ist im Slingshots Alltag eine sehr gebräuchliche und sinnvolle Haltung der Zwille. Man hält die Fletsche also so, dass ein Gabelende nach oben, und das andere nach unten zeigt. So kann man über das Band und seinen Aimingpoint das Ziel anvisieren. Zudem ist die Körperhaltung so deutlich angenehmer, da man ja seitlich zum Ziel steht. Würde man die Schleuder mit beiden Gabelenden nach oben halten, wie es viele noch aus der Kindheit kennen, müsste man das Handgelenk verdrehen, was auf Dauer nicht viel Vergnügen bereitet. Aber auch hier gibt es Ausnahmen die die Regel bestätigen. Der Gansta-Style sagt nur was über die Position/Haltung der Schleuder aus, jedoch nichts über den Griff. Egal ob PFS, Pinch-Grip, Hammer Grip oder Thumb-Support, alle Griffarten können im Gangsta-Style geschossen werden.

Hammer Grip – Ist eine Art den Griff der Sportschleuder zu halten/fassen. Wie das Wort schon vermuten lässt umfasst man hierbei den Griff mit der ganzen Hand, ähnlich wie man eben auch einen Hammerstiel greifen würde. Nicht alle Zwillen lassen diese Grifftechnik zu, aber es gibt einige Modelle die speziell hierfür ausgelegt sind. Nicht unbedingt die geläufigste Form und Variante.

Handslap – Ein Handslap ist ein Schlag auf die Hand, bzw.  besser gesagt die Finger der Hand welche die Schleuder hält. Diese kommen gerade bei OTT zustande, und sind ein sicheres Zeichen dafür, dass die benutzen Bänder zu stark für die geschossene Munition sind. Die Restenergie, welche nicht vom Band auf die Munition abgegeben werden konnte, schlägt dann in Form des Handslap auf die Finger. Kann von nervig bis äußerst unangenehm werden.

Natty – Als Natty bezeichnet man eine Zwille die aus einer Astgabel gebaut wurde. Eine nicht zu unterschätzende Form, die immer wieder Spaß macht und einem zeigt, dass es nicht auf teure Frames, sondern eher den Schützen dahinter ankommt.

OTT – Over The Top. Hier werden die Bänder so angebunden, dass sie über die Gabel zum Ankerpunkt gezogen werden. Die Kugel neigt dazu auch etwas über die Gabel zu fliegen. OTT in Kombination mit Twist und Tweak macht Gabeltreffer (Fork Hits) eigentlich unmöglich. Ein für Anfänger sehr geeigneter Style. Meiner Meinung nach.

PFS – Pickle Fork Shooter. Kann man so nicht direkt übersetzen. Bezeichnet aber eine Gabel, deren Öffnung kleiner ist als die Munition die geschossen wird. Definitiv keine Anfängerschleuder. Hier kommt es auf die Technik an. Auch wenn einige ohne Tweaken und Twisten auskommen mögen, ist es jedoch eine gängige Methode mit einer PFS zu schießen. Dazu kommt noch das Flippen. Diese Art der Fletsche trainiert besonders das intuitive Schießen, da es kaum Möglichkeiten gibt mit Hilfe von Ankerpunkt und über die Bänder/ Tubes zu zielen. Was nicht heißen soll, das es nicht einige hervorragende Schützen in dieser Kategorie gibt. Anfangen würde ich damit jedenfalls nicht.

Pinch-Grip – Eine weitere Art die Zwille zu halten. Pinch (aus dem engl. pinched) – einklemmen, beschreibt hierbei die Haltung der Zwille, indem man die Gabel zwischen Zeigefinger und Daumen fest einklemmt. Vorteil: Die Schleuder wird sehr sicher und fest in Position gehalten. Nachteil: Um die Gabelenden parallel zueinander halten zu können, muss das Handgelenk stark abgeknickt werden. Viele empfinden diese Haltung als unbequem nach vielen Schüssen. Das ist allerdings eine Meinungsfrage, die jeder mit sich ausmachen muss. Ich habe mit dem Pinch-Grip angefangen, bin aber nach einiger Zeit aus o.g. Gründen auf den Thumb-Support umgestiegen. Aber auch hier muss man sagen, es gibt spezielle Schleuderformen die speziell für den Pinch-Grip ausgelegt sind, und eine angenehme Haltung durchaus möglich machen.

Pinky-Hole -Als Pinky Hole wird das in einigen Frames befindliche Loch am Ende des Griffes bezeichnet. dieses dient dazu den kleinen Finger (im engl. Pinky) durchzustecken. Gerade im Tumb-Support Griff bietet es eine zusätzliche Stabilität.

Pouch – Als Pouch (im engl. Tasche) bezeichnet man das Lederstück welches die Kugel, bzw. Munition hält. Heutzutage ist Lederstück schon eher überholt, da viele Pouches mittlerweile eher aus Mikrofasern und anderen Kunststoffen hergestellt werden. Es gibt auch Hybridversionen, welche verschiedenen Materialien kombinieren. Größe und Beschaffenheit einer Pouch sind ganz auf persönliche Vorzüge abzustimmen. Es gibt keine ideale Pouch, solange ihr nicht damit zurecht kommt.

Release – Als Release bezeichnet man das Loslassen der Kugel aus der Pouch. Ist das Release nicht sauber fliegt die Kugel unkontrolliert durch die Gegend. Idealerweise sollte man die Kugel in der Pouch von außen fassen, und diese dann ohne jegliche Ablenkung freilassen. Ich habe als Anfänger zumindest die Erfahrung gemacht, dass es sicherer ist die Kugel ein wenig vor der Kugel zu greifen. Der Release wird sicherlich etwas unsauberer, aber wenn man die Kugel direkt greift, und einen plötzlich die Kraft des Bandes überrascht, kann es schnell zu einem unkontrollierten Release kommen. Der mag zwar per Definition sauber sein, aber die Kugel fliegt trotzdem los wann sie will, und nicht wann ihr wollt. Auch hier gilt es meiner Meinung nach sich besser langsam ranzutasten.

RTS – Return To Sender. Ein eher seltenes Phänomen das besonders bei Butterfly Schützen extrem unangenehm werden kann. Hier bleibt die Kugel aus Gründen die ich nicht erklären kann in der Pouch hängen, und löst sich nicht beim Vortrieb des Bandes, sondern erst beim Rückstoß. Somit fliegt die Kugel “zurück zum Absender”. Also zu euch – dem Schützen. Da der Ankerpunkt irgendwo am Kopf liegt, kann das zu Verletzungen führen die kein Mensch braucht.

TBG – Ist die gebräuchliche Abkürzung für Thera Band Gold. Eine Latexsorte die nicht aus dem Schleudersport wegzudenken ist. Lange Zeit war es das Band an sich. Heutzutage gibt es aber deutlich bessere Alternativen was Auszugsgewicht und Geschwindigkeit angeht. Trotzdem ist TBG immer eine sichere Bank, und viele werden damit anfangen ihre ersten Bänder selber zu schneiden.

TTF – Through The Forks. Neben OTT wohl die gängigste Form. Die Bänder werden hierbei seitlich an der Gabel angebunden, und die Munition fliegt somit “Durch die Gabel”. Viele TTF Zwillen haben eine etwas größere Gabelweite, obwohl bei richtiger Anwendung viele Schleudern sowohl OTT als auch TTF geschossen werden können. Bei reinen TTF Fletschen ist der obere Teil der Gabel zu schmal um dort Bänder im OTT Style anbinden zu können. Ein guter Einsteiger Frame für OTT und TTF, der sogar noch die Tubebefestigung vorgesehen hat, ist z.B. die UniPhoxx von WASP Slingshots.

Thumb-Support – Eine weiter Art die Fletsche zu halten. Anfänger meiden diese Griffart oftmals, da sie einen nicht sicheren Griff suggeriert. Zumindest im Vergleich zum Pinch-Grip oder Hammer-Grip. Das ist jedoch ein Trugschluss. Bei richtiger Anwendung ist die Haltung der Zwille im Thumb-Support genauso sicher wie die anderen Arten. Im Thumb-Support, welcher gerne mit dem Nutzen des Pinky-Hole kombiniert wird, greift man den Griff so, dass der Zeigefinger mehr oder weniger locker über das obere Gabelende gelegt wird, und der Daumen das untere Gabelende abstützt (nicht umgreift). Mit den verbleibenden Fingern wird der Griff stabilisiert, wobei ein Pinky-Hole sehr hilfreich ist. Bei dieser Griffart bleibt das Handgelenk fast ungebeugt, was viele als angenehm und natürlich empfinden.

Tweaken – aus dem engl. “abknicken”. Hierbei bezeichnet man die Haltung und Position der Munition in der Pouch. Normalerweise will man die Pouch gerade als Verlängerung der Bänder ziehen, um ein sauberes Release der Munition zu erreichen. Ein Abknicken der Pouch samt Munition verändert die Flugbahn der Kugel erheblich. Gerade bei PFS ist diese Technik für Anfänger sehr zu empfehlen, da die Munition so gezielt über die Gabelenden abgelenkt werden kann, und schmerzhafte Handtreffer ausgeschlossen sind. Natürlich kommt es hier auf die Richtung des Tweakens an. Knickt man die Pouch mit Kugel so ab, dass sie oberhalb der Gabelenden steht, geht der Schuss garantiert auf die Finger/Gabel. Knickt man sie nach unten, wird die Kugel aus der Pouch in einem Bogen gelöst, welcher sich über die Gabelenden vollzieht. Auch bei ungeübten OTT Schützen kann ein leichtes Tweaken helfen Gabeltreffer zu vermeiden. Nachteil: Die veränderte Flugbahn macht es schwierig ein konstantes Trefferbild zu erreichen. PFS Schützen schießen meist intuitiv, und können die Flugbahn so ausgleichen, da sie sowieso nicht über einen speziellen Punkt an der Gabel zielen.

Twisten – aus dem engl. “verdrehen”. Hier wird die Pouch mit samt der Munition um 90° oder sogar 180° (eher selten) verdreht. Die Bänder laufen jetzt nicht mehr sauber parallel zueinander, sondern sind eben verdreht. Auch diese Drehung verhindert Gabeltreffer ziemlich sicher, wobei sich auch hier die Flugbahn der Munition ändert.

Wrap & Tuck (W&T oder W+T) – Ist einerseits eine Methode die Pouch an den Bändern zu befestigen, andererseits auch eine weit verbreitete und beliebte Methode die Bänder an den Gabelenden zu befestigen. Hierbei umwickelt (wrap) man die Bänder mehrfach mit einem Latexstreifen, legt dann eine Schlaufe/Klemme/Hilfsmittel über die ersten Wicklungen, um letztendlich nach Weiteren zwei bis vier Umwicklungen das Ende des Latexstreifens mit Hilfe der Schlaufe/Klemme/Hilfsmittel unter den anderen Wicklungen durch zu ziehen. Dabei ensteht meist ein Geräuch welches als “Tuck” bezeichnet wird. Bei dieser Methode ist keine Knoten notwendig. Einige schaffen es auch das Ende unter den anderen Wicklungen durch zu ziehen, indem sie die letzten zwei Wicklungen über den Daumen machen.

 

To be continued … Fortsetzung folgt …

Wenn ihr schon konkrete Fragen zu Abkürzungen und/oder Begriffen habt die hier nicht abgedeckt sind, hinterlasst einfach einen Kommentar. Wir bemühen uns die Lösung zeitnah einzufügen. Also macht bitte aktiv mit.

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